Insolvenzantrag

Rechtzeitig Insolvenz beantragen bei Vorliegen von Insolvenzgründen

Bei Vorliegen von Insolvenzgründen sind Sie als Inhaber verpflichtet einen Insolvenzantrag bei Ihrem örtlich zuständigen Insolvenzgericht zu stellen, um nicht Gefahr zu laufen, zivil- und/oder strafrechtlich wegen Insolvenzverschleppung oder Betrug von Ihren Gläubigern in Anspruch genommen zu werden.


Die Insolvenzgründe sind:

Zahlungsunfähigkeit

 

Die Zahlungsunfähigkeit ist in § 17 Abs. 2 InsO gesetzlich definiert.

 

Hiernach ist Zahlungsunfähigkeit gegeben, wenn der Unternehmer/Schuldner nicht in der Lage ist, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

 

In der Regel liegt Zahlungsunfähigkeit immer vor, wenn der Schuldner seine Zahlungen vollständig eingestellt hat.

Überschuldung

 

Die Überschuldung ist in § 19 Abs. 2 InsO gesetzlich normiert.

 

Hiernach liegt Überschuldung vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt. Rechnerisch liegt eine Überschuldung also bereits vor, wenn die Verbindlichkeiten Ihres Unternehmens den Wert des Aktivvermögens übersteigen.

 

In dieser Situation ist die Aufstellung einer Überschuldungsbilanz unerlässlich. Das tatsächlich noch vorhandene Vermögen des Schuldners ist zu aktuellen Zeitwerten den bestehenden Verbindlichkeiten und Belastungen gegenüberzustellen. In der Regel sind die Liquidationswerte zu Grunde zu legen. Ist jedoch die Fortführung des Unternehmens überwiegend wahrscheinlich, so kann bei der Bewertung die Fortführung des Unternehmens unterstellt werden.

Drohende Zahlungsunfähigkeit

 

Eine drohende Zahlungsunfähigkeit ist in § 18 InsO gesetzlich normiert.

 

Sie liegt vor, wenn der Schuldner voraussichtlich nicht in der Lage ist, im Zeitpunkt der Fälligkeit seine bestehenden Zahlungspflichten zu erfüllen.


Zum besseren Verständnis soll kurz skizziert werden, wie eine Insolvenz zeitlich abläuft:

 

Zunächst müssen Sie bei Vorliegen der Insolvenzgründe bei Ihrem zuständigen Insolvenzgericht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen ihres Unternehmens stellen.

Das Insolvenzgericht prüft sodann, wie es um das Unternehmen in wirtschaftlicher Hinsicht bestellt ist. Hierfür beauftragt es in der Regel einen Sachverständigen, der das Vorliegen der Insolvenzreife prüft und ob genügend Masse vorhanden ist, hier das Insolvenzverfahren zu eröffnen.

 

Bei einem laufenden Geschäftsbetrieb wird zusätzlich in der Regel das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet und ein sog. vorläufiger Insolvenzverwalter, der mit Ihnen die Firma vorläufig fortführt. Durch die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes soll insbesondere die Sanierung des Unternehmens gewährleistet werden, d.h. die Zeit soll schon jetzt genutzt werden als Chance für eine insolvenzabwendende, rettende Sanierung. Es wird geprüft, inwieweit ein Insolvenzplanverfahren sachdienlich ist, notwendige Investoren gesucht werden müssen oder die übertragende Sanierung vorbereitet werden muß. In der Regel erfolgt die eigentliche Eröffnung der Firmeninsolvenz zwei bis drei Monate nach Stellung des Insolvenzantrages.

 

Insbesondere der GmbH-Geschäftsführer ist verpflichtet, bei Vorliegen der Insolvenzgründe unverzüglich einen Insolvenzantrag zu stellen. Unterlässt er dies, droht ihm ein Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung.

 

Gerade in Krisensituationen hat der GmbH-Geschäftsführer daher sehr sorgfältig eine Insolvenzantragspflicht zu überprüfen, um eine persönliche Inanspruchnahme und eine strafrechtliche Haftung zu vermeiden.


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